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In den letzten Jahren
machte die Steinkorallenhaltung und -vermehrung große Fortschritte. Mittlerweile
gibt es verschiedene Möglichkeiten, die dazu benötigten Magnesium- und
Calciumwerte zu erreichen. Neben der
Kalkwassermethode nach Wilkens und dem
Kalkreaktor setzt
sich mittlerweile - besonders in großen Becken - die
Balling-Methode mehr
und mehr durch. Über Wirkungsweise und chemische Details möge sich der Leser an
anderer Stelle informieren; hier soll es ausschließlich um die praktische
Anwendung der Methode gehen.
Im ersten Arbeitsschritt werden die Karbonathärte sowie der
Magnesium- und Calciumgehaltes des Beckenwassers ermittelt. Liegt die
Karbonathärte über 10, verzichtet man so lange auf die Zugabe von
Natriumhydrogenkarbonat und benutzt allein die Calciumchloriddihydratlösung,
bis sich das Gleichgewicht wieder eingefunden hat und die KH bei 6-8 liegt.
Magnesium- und Calciumwert werden - zusammen mit dem Nettoliter-Inhalt des
Aquariums und den zu erreichenden Werten (optimaler Mg-Gehalt ca.1330mg,
optimaler Ca-Gehalt ca. 420mg) in den Rechner eingegeben.
Die benötigten Mengen an Magnesiumchloridhexahydrat und
Magnesiumsulfatheptahydrat zur Erhöhung des Mg-Gehaltes werden nun abgewogen und
können in einem gemeinsamen Gefäss in Wasser - am besten Osmosewasser aufgelöst
werden.
Calciumchloriddihydrat und Natriumhydrogenkarbonat hingegen müssen in
getrennten Gefässen aufgelöst und aufbewahrt werden. Das ist unbedingt zu
beachten! Andernfalls reagieren die Substanzen miteinander und sind unbrauchbar!
Idealerweise gibt man morgens, wenn der pH-Wert niedrig ist,
Natriumhydrogenkarbonat und abends Calciumchloriddihydrat zu.
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Die Lösungen werden nun auf eine Woche verteilt
dem Becken zugeführt - entweder von Hand oder sehr bequem mit einer
automatischen Dosieranlage, z.B. Aqua Medic reefdoser. oder GroTech III |
Nach dem Verbrauch der
Lösungen, also nach einer Woche, muss ein
Wasserwechsel - bewährt haben sich 10% des Beckeninhaltes - stattfinden.
Hierbei wird ein Teil des benötigten Meersalzes durch die im Rechner
abzulesende Menge an kochsalzfreiem Meersalz (z.B. Preis Mineralsalz)
ersetzt. Damit wird eine Ionenverschiebung ausgeglichen.
Am nächsten Tag werden wiederum die KH-, MG- und CA-Werte ermittelt.
Die neuen Werte werden in den Rechner eingegeben und neue Lösungen
angesetzt.
Anmerkung:
- Der Magnesiumwert sollte als erstes angehoben werden, da er hilft, den
Calciumwert zu stabilisieren. In der Regel hält sich dieser Wert im Gegensatz zum Calciumwert über längere Zeit und braucht daher nicht
wöchentlich angehoben zu werden.
- Bitte beachte beim Einkauf der Salze, dass das Mengenverhältnis von
Magnesiumchloridhexahydrat zu Magnesiumsulfatheptahydrat ca. 8:1
beträgt. Das Mengenverhältnis von Natriumhydrogenkabonat zu Calciumchloriddihydrat hingegen beträgt ca. 1:1.
- Der Wasserwechsel ist ein entscheidendes Element der Ballingmethode
und darf nicht vernachlässigt werden.
- Genauso wichtig ist das regelmässige Messen der Werte.
Keinesfalls sollte "blind" dosiert werden - ein Zuviel kann mehr Schaden
anrichten als zuwenig.
- Die einzelnen Komponenten finden Sie
- hier -
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